Heimische Schulen erhalten Informationen zur aktuellen Bildungspolitik aus erster Hand

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MdL Michaela Kaniber mit Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

Kein Abschluss ohne Anschluss: „Bildungspaket Bayern" wird in Kürze beschlossen - Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle informiert Vertreter der heimischen Schulen auf Einladung von MdL Michaela Kaniber

Auf Einladung der Stimmkreisabgeordneten Michaela Kaniber referierte und diskutierte der bayerischer Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle vor und mit Vertretern aus den verschiedensten Bildungseinrichtungen des Landkreises. Spaenle informierte Rektoren, Lehrer, Elternbeiräte und Schülermitverwaltungen über den aktuellen Stand der Bildungspolitik. „Ein direkter Kontakt und Erfahrungsaustausch ist wichtig, um die bestmöglichen Lösungen zu finden", so Kaniber in ihrer Begrüßung. Die CSU-Landtagsabgeordnete betonte, die Schüler fit für die Zukunft zu machen, gerade was die Bereiche Digitalisierung, Alltagskompetenzen und Persönlichkeitsentwicklung angeht. „Bildung bedeutet nicht nur Wissen und Schule, sondern die Chance und Ausstattung menschlichen Gelingens - sie hält unsere werteorientierte Gesellschaft zusammen." Michaela Kaniber ermunterte die Anwesenden, Klartext zu reden, denn „Bildung und Sozialpolitik sind Schlüsselthemen unserer Gesellschaft." Umso wichtiger sei es, Antworten der Staatsregierung aus erster Hand zu erhalten.

Spaenle gab einen umfassenden Einblick in das Bildungspaket Bayern, das die Staatsregierung in Kürze beschließen wird - die CSU-Fraktion hatte es bereits im April befürwortet. Er schilderte die Hintergründe bildungspolitischer Entscheidungen und betonte mehrmals ihre weitreichende Bedeutung: „Bildung trifft jede Familie ganz persönlich", so Spaenle. Er untermauerte seine Aussage mit Zahlen: 1,6 Millionen Schüler werden in Bayern an 5000 Schulen von 100.000 Lehrkräften ausgebildet.

LehrplanPlus, G9 und die Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems

Kernpunkte des Abends waren neben dem neuen LehrplanPlus, das Konzept des neuen, neunstufigen Gymnasiums G9 sowie die Durchlässigkeit des bayerischen Schulsystems. Diese sei ein zentrales Element des Bildungspaketes Bayern und ein Ausdruck der Bildungsgerechtigkeit, so der Kultusminister. „Es muss für jeden Abschluss einen Anschluss geben. Bildung ist das Mittel des sozialen Aufstiegs."

Mit dem Vorwurf eines klassenorientierten Bildungssystems habe man gründlich aufgeräumt: 30 Prozent verlassen die Mittelschule mit der Mittleren Reife, das seien so viele wie noch nie. Zuvor habe man an Gymnasien einen ständig ansteigenden Zustrom verzeichnet. Seit der Einführung der Mittelschule habe sich das geändert. Die Übertrittszahlen haben sich konstant bei 40 Prozent zu Gymnasien, sowie je zu 30 Prozent bei Real- und Mittelschulen eingependelt. „Es freut mich besonders, dass diese Zahlen auch unter den 70.000 Schülern mit Migrationshintergrund zutreffen. Das ist ein Beleg für erfolgreiche Integration."

Die Anschlussfähigkeit des bayerischen Bildungssystems habe laut Spaenle dazu geführt, dass die Situation am Ende der vierten Klasse mittlerweile entspannter sei. „Die Eltern spüren die Chancen, die sich auch in Zukunft noch bieten und müssen ihr Kind nicht mehr unbedingt ab der fünften Klasse im Gymnasium sehen." Die Entscheidung, die Mittelschule zu stärken, sei die richtige gewesen: „Kein Schultyp ist im Flächenstaat Bayern so wohnortnah, bereitet so direkt auf die berufliche Laufbahn vor und steht so stark für Bildungsgerechtigkeit wie die Mittelschule", erklärte Spaenle.

Die Ausbildungsberufe im Blick

Mit dem Programm "Spurwechsel" der Arbeitsagentur helfe man auch in die andere Richtung, etwa bei Studienabbrechern, die einen Ausbildungsberuf ergreifen wollen. Das Duale Studium, bei dem die universitäre Bildung parallel zum Arbeitsleben verläuft, betrachtet Spaenle als ebenso zukunftsorientiert wie die Hochschulzulassung für Meister. Zudem wüssten viele junge Menschen mit zweijähriger Ausbildung nicht, dass sie nach anschließender, mindestens dreijähriger Berufspraxis auch innerhalb ihres Fachbereichs studieren können, wenn sie sich dem jeweiligen Aufnahmeverfahren ihrer gewünschten Hochschule erfolgreich unterziehen.

Den individuellen Lernbedürfnissen des modernen Menschen begegnen

Der LehrplanPlus wurde zum ersten Mal zusammenhängend für alle Schularten konzipiert. Das bedeutet zum Beispiel, dass Lerninhalte und Kompetenzen, die in der Grundschule erworben werden, in den weiterführenden Schulen einen passgenauen Anschluss finden, um aufbauend weiter gefördert und spezialisiert zu werden. "Bildung aus einem Guss" meine somit den gesamten schulischen Weg und biete zusammen mit dualen Ausbildungssystemen und lebenslangem Lernen vielfältige Möglichkeiten, den individuellen Lernbedürfnissen des modernen Men-schen zu begegnen. Die Forderung "kein Abschluss ohne Anschluss", die man sich bei der Entwicklung des Bildungspaketes Bayern gestellt habe, leite sich aus diesem Anspruch ab. Nach jeder erreichten Etappe soll für Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bestehen, sich individuell zu orientieren und die Lernzeit und den eigenen Lebensweg zu gestalten. „In der Realschule zum Beispiel steht mit der zweiten Fremdsprache, meistens Französisch, die Tür zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife an der FOS 13 offen", so Spaenle.

Schulartübergreifende Vermittlung von Kompetenzen

Der Blick auf das Berufsleben prägt auch eine der wichtigsten Veränderungen im neuen LehrplanPlus, nämlich die schulartübergreifende Vermittlung von Kompetenzen, also konkreten Fähigkeiten, die im modernen Berufsleben dringend notwendig sind. Auch das neue Gymnasium G9 wird diesem Ansatz Rechnung tragen und die beruflichen Voraussetzungen der späteren Abiturienten stärker fördern. In Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen sollen in der 9. und 11. Jahr-gangsstufe Modelle zur Berufsorientierung integriert werden. Ebenso kann der längere Auslandsaufenthalt, für den sich viele G8-Absolventen direkt im Anschluss an ihr Abitur entscheiden, im neuen G9 in die schulische Biografie integriert werden und je nach Zielsetzung zur späteren beruflichen Qualifikation beitragen.

Appell an die Schulen, sich bei Fragen zu melden

Michaela Kaniber beendete den Informationsabend nicht nur mit einem Dank an den Staatsminister, sondern auch an die Rektoren, Lehrer, Eltern und Schüler, die sich für die Bildung engagieren. „Ich wünsche mir, dass wir weiterhin einen engen Kontakt pflegen. Wenden Sie sich bei Fragen jederzeit an mich. Nur eine offene Diskussion führt zu der besten Entscheidung."