Personalität statt Funktionalität

Die christlich-soziale Werteordung erfordert ein Überdenken unseres Bildungsbegriffes. Bildung ist ein sehr komplexer Begriff, der sich ursprünglich auf die Formung des Menschen im Hinblick auf sein "Menschsein" und seine geistigen Fähigkeiten bezieht. Das meint sowohl den Prozess "sich bilden" als auch den Zustand "gebildet sein". Bildung lässt sich als das reflektierte Verhältnis zu sich, zu anderen und zur Welt beschreiben, als die Erweiterung der geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und der personalen und sozialen Kompetenzen.
Damit weist sie weit über das reduzierte Verständnis von Wissensansammlung hinaus. Nur die Chance, sich als Person herausbilden zu können, Identität zu entwickeln und als Mensch zu "glücken" garantiert Toleranz aus Selbstbewußtsein, soziales Verhalten und Lebenskompetenz. Deswegen muss Bildung wieder vermehrt zur Persönlichkeitsbildung beitragen und damit die derzeitige Beschränkung auf technische Fähigkeiten und Faktenansammlung durchbrechen und erweitern.