Weichen für die Zukunft des Tourismus stellen mit Ideen aus dem Berchtesgadener Land

Michaela Kanibers Botschaft an die UNWTO: „Wir brauchen eine intakte Berglandschaft und konkrete Nachhaltigkeitsziele“

03.03.2019
Foto: Judith Schmidhuber
Foto: Judith Schmidhuber

Bayern gibt den Ton an, das Berchtesgadener Land macht es vor: 300 Touristiker aus aller Welt sind zur 4. Euro-Asian Mountain Tourism Conference der UNWTO, der Tourismusorganisation der Vereinten Nationen, nach Berchtesgaden gekommen. Michaela Kaniber sprach auf der Tagung über Nachhaltigkeitsziele. 

Gemeinsam mit der Berchtesgadner Land Tourismus GmbH, Landrat Georg Grabner und Bundesminister a. D. Peter Ramsauer hatte sich Kaniber beim damaligen Wirtschaftsminister Franz Pschierer für die Bewerbung zur Durchführung der Tagung stark gemacht. Die UNWTO entschied sich schließlich für das Berchtesgadener Land und gegen den Mitbewerber aus China. 300 hochrangige Touristiker trafen sich bei der Tagung der Tourismusorganisation der Vereinen Nationen, um die Weichen für die Zukunft des Tourismus zu stellen. 

Qualitätsstrategie in der Landwirtschaft auch im Tourismus forcieren
 
Michaela Kaniber eröffnete das Panel zum Thema Nachhaltigkeit. „Wir setzen auf Klasse statt auf Masse“, beschrieb Staatsministerin Michaela Kaniber den internationalen Tourismusvertretern zunächst die bayerische Landwirtschaft. „Das wollen wir künftig aber auch im Tourismus noch stärker forcieren“, so die Ministerin. Im Kern geht es ihr um die Nachhaltigkeitsziele, die man nur mit den Menschen vor Ort erreichen könne. „Es ist ihre Heimat. Wir wollen regionale, authentische Produkte. Wir wollen eine intakte Berglandschaft. Wir wollen den Ursprung unserer Traditionen erhalten.“
 
Übernutzung entgegenhalten und die Natur schützen
 
Kaniber beschrieb die Sehnsucht nach Ruhe, die Urlauber in den Alpen suchen würden und im Gegensatz dazu den Freizeitdruck einer Gesellschaft, die in der Bergwelt keine Rücksicht auf Bergbauern, auf Wild und Natur nimmt. „Wir sollten uns überlegen, was es heißt, sanften Tourismus zu leben.“
Im Berchtesgadener Land pflege man eine Alpentourismus-Tradition. „Nachhaltiger Tourismus ist unser Grundsatz. Das Bergsteigerdorf Ramsau ist dafür das beste Beispiel.“ Man wolle keinesfalls abgesperrte Gebiete: Schützen und nützen laute der bayerische Weg, so die Ministerin. „Sich mit Respekt gegenüber der Bewahrung der Schöpfung zu bewegen, aber auch den Menschen die Freiräume gewähren."
 
Kaniber fordert Nachhaltigkeitsziele: One Planet – travel with care 
 
Es gebe Bergregionen, die eine Übernutzung aushalten müssen, so Kaniber. Auf der anderen Seite habe auch Bayern Gegenden aufzuweisen, die verlassen werden. „Wir müssen uns strategisch so aufstellen, dass wir Wertschöpfungskreisläufe aufbauen, damit junge Familien sesshaft bleiben können.“ Eine intakte Berglandwirtschaft sei dafür Voraussetzung, schließlich seien es die Bergbauern, die diese harte Arbeit übernehmen. „Sie leben für ihre Heimat.“ Kaniber gab den Anwesenden abschließend mit auf den Weg, dass sie hoffe, dass viele ihrer künftigen Tourismusstrategien mit der Grundlage gesegnet seien, die sie von der Welttourismuskonferenz im Berchtesgadener Land mit nach Hause nehmen. „Es freut mich, dass sich die Welt in Bayern trifft. Die Hauptbotschaft lautet, dass wir uns vereint Gedanken machen über die Zukunft unserer Ländern.“